22. November 2017  Von wordpressadmin 

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Es gibt ein Thema über das man in Ladakh immer wieder stolpert und das auch wirklich neugierig macht. Auch mich – schon damals während meines Ethnologie-Studiums – bis in die heutige Zeit. Die Polyandrie – oder ganz genau gesagt die fraternale Polyandrie – bei der eine Frau mehrere Brüder heiratet. Die wurde über Jahrhunderte in Ladakh praktiziert. Aus verdammt guten Gründen.

 

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von Daniela Luschin-Wangail

Frau mit Perak (dem traditionellen Kopfschmuck der Frauen Ladakhs)

In Ladakh gibt es an Heiratsformen beides nebeneinander: Monogamie und Polygamie. Während es in anderen Ländern, wo polygame Eheformen zulässig sind, meist die gängige Form der Heirat, die ist, wo ein Mann mehrere Frauen ehelicht, ist es in Ladakh auch umgekehrt möglich (gewesen). Die in Klammer hinzugefügte Vergangenheit bezieht sich auf das offizielle Verbot durch Indien, dem Ladakh seit der indischen Unabhängigkeit angehört. Die fanden den Umstand, dass eine Frau mit zwei oder mehr Brüdern verheiratet ist, mehr als unmoralisch und haben diese Eheform per Gesetz verboten.

Dass diese Eheform aber durchaus viel Sinn machte, haben sich die gesetzesbastelnden Sittenwächter nicht überlegt.

 

Warum monogame Ehen in Ladakh nicht so viel Sinn mach(t)en

Ladakh ist ein sehr karges Land mit wenig fruchtbarem Land. Man kann dem Boden zwar einiges abringen, stößt aber allemal an die Grenzen. Daher waren zwei Dingen besonders in der Vergangenheit sehr wichtig:

  1. Halte die Bevölkerung gering
  2. Teile das Land nicht unablässig

Allzuviel an Ernteerträgen bekommt man aus solchen Feldern nicht. Landteilungen sind daher mit Vorsicht zu genießen.

Eine Frau kann pro Jahr maximal ein Kind gebären (Ausnahme Mehrlingsgeburten), auch wenn sie mit mehreren Männern verheiratet ist, wird sich biologisch an diesem Umstand nichts ändern. Ganz anders bei einem Mann, der mit mehreren Frauen gleich mehrere Kinder pro Jahr zeugen könnte. Ein Land, das wenig agrarisch erwirtschaftet, ist in jedem Fall aber besser dran, wenn die Bevölkerung eher gering gehalten wird. Sonst wird es knapp mit der Versorgung.

Ähnlich sieht es auch mit der Landteilung aus. Wenn mehrere Kinder einer Familie im Erwachsenenalter monogam heiraten und einen Teil des Familienbesitzes für sich und ihre neue Familie beanspruchen, wird das Land in Kürze so oft geteilt, dass am Ende kaum jemand noch Auskommen damit hätte.

Eine Eheform wie die fraternale Polyandrie, die über viele Jahrzehnte in Ladakh praktiziert wurde, macht also rein ökonomisch und volkswirtschaftlich gesehen wahnsinnig viel Sinn. Zum einen wird der Bevölkerungszuwachs in Zaum gehalten, zum anderen bleibt der Landbesitz nahezu unverändert.

 

Fragen über Fragen

Aus westlichen Mündern kommen mit der Thematik konfrontiert oft Fragen wie:

* Wie war das mit der Eifersucht?
* Wie wurde es geregelt, wann wer zur Frau durfte?
* Wie sah das mit den Nachkommen aus? Wer galt als Vater?
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Tja, das Eifersuchtsthema – eine recht typisch neumoderne Errungenschaft romantischer Liebesbeziehungen. Polygame und auch monogame Eheschließungen waren in Ladakh – auch noch bis in die heutige Zeit – in der Regel arrangierte Ehen, dh ökonomische und politische Faktoren und nicht romantische Gefühlswallungen entschieden darüber, wer wen wann heiratete. Folglich war es auch in den meisten Fällen nicht so, dass sich die EhepartnerInnen vor Herzschmerz nacheinander verzehrten und damit einhergehende negative Emotionen mehr oder weniger in Zaum gehalten wurden.

Manche der älteren Ladakhi leben noch in polyandrischen Beziehungen.

Fakt war es auch, dass der älteste Bruder der „Hauptmann“ war und auch als Besitzer von Hof und Land galt. Er war es, der ein vorrangiges Recht auf die „geteilte“ Frau hatte. In der Praxis war es auch so, dass die jüngeren Brüder viel unterwegs waren, bspw. um anderswo zu arbeiten (wo sie dann unter Umständen auch eine Geliebte hatten 😉 )

Alle Kinder, die aus einer derartigen Eheform entstanden, nannten den ältesten Mann ihrer Mutter „Aba“ – also Vater – und die anderen Onkel, auch wenn diese möglicherweise die wirklichen biologischen Väter waren. Es blieb ohnedies in der Familie 😉

Einen Nachteil aber hatte diese Eheform: Logischerweise ergab sich dadurch ein Überschuss an unverheirateten Frauen. Die einen wurden ins Kloster geschickt und die anderen blieben als unverheiratete „Arbeitskräfte“ im Haushalt. Wer das bessere Los gezogen hatte, darüber kann man streiten.

Trotzdem die Polyandrie verboten ist, finden sich bis heute Menschen in dieser Eheform. Nicht offensichtlich und auf den ersten Blick erkennbar, aber es gibt sie. In den kleineren Dörfern, besonders auch noch in Zanskar, da wo sich niemand dran stört und es noch Sinn macht. Doch die jungen Ladakhi ziehen es vor monogam zu leben. Und zugegebenermaßen klingt eine Eheform wie die Polyandrie auch nicht besonders reizvoll für die moderne Frau. Wer möchte schon 2 oder gleich 3 Ehemänner pflegen, wenn die Männergrippe umgeht? 😉

 

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